Mittwoch, 19. August 2026

Wir sind gestartet, endlich.

Nur cirka 4 Monate verspätet, unterwegs in einer anderen Richtung als ursprünglich geplant, sind wir trotzdem glücklich, das es nun endlich los gegangen ist. 

Aber der Reihe nach.

Eigentlich, also eigentlich wollten wir so Mitte April von Dinteloord gen Norden aufbrechen. Dänemark, Norwegen, Etappenziel der ersten Etappe: Island. Das war im Nachhinein gesehen eine ziemlich illusorische Idee die den Umfang der noch zu erledigenden Arbeiten komplett unterschätzt hat. Am Boot dauern nun mal, wie wir lernen mussten, alle Projekte mindestens drei mal so lange wie geplant. Wenn es gut läuft. Das kann auch mehr werden. 

Großprojekte waren: 

- Verbesserung, Refit der Elektrik. Es mussten zum Beispiel dicke Kabel (35 mm^2) quer durchs Boot von der Starterbatterie zur Batterie des Bugstrahlruders bzw. der Ankerwinsch gezogen werden. Die vorhandenen waren viel zu dünn und die Spassvögel hatten 2 rote Kabel verlegt, so das nicht ersichtlich war, was davon Plus und was Minus ist.

- Anschluss der Solarpanele an die Solarregler und die Verbraucherbatterie. Auch hier musste jede Menge Kabel verlegt werden

- Aufräumen und Ertüchtigen des Schaltpanels am Navitisch. Da herrschte ein ziemliches Chaos, was erst mal analysiert werden musste und dann vorsichtig in einen besseren Zustand versetzt wurde. 

- Neuverlegen des Funkkabels im Mast mit dem fachgerechten Anbringen der entsprechenden Stecker(löten)

- Anbringen einer neuen Funkantenne im Masttop mit einer selbst designten Halterung, Funkantenne muss beim Stahlschiff isoliert angebaut werden, da kann man nicht einfach ne Halterung annieten. Also habe ich eine aus UV beständigen Polycarbonat gebaut.

- Neues Kabel für den Windmesser in den Mast ziehen, das alte war beschädigt und uns sind dauernd die Daten des Windmessers ausgefallen deswegen.

- Beseitigen diverser Korrosion und neuen Korrosionsschutz aufbringen

- Großprojekt Küche und Kühlschrank. Ich habe den Kühlschrank, also die Kiste selber gebaut, aus Siebdruckplatte, 40mm Isoliermaterial und Edelstahlplatten für die Innnenseite. Aber beim Einbau in die vorhandene Küchenzeile habe ich dann kapituliert, das war dann definitiv über meinen Möglichkeiten. Also haben wir uns Hilfe geholt, im Ort gab es glücklicherweise einen Bootbauer, der spezialisiert auf Innnenausbau ist, auch weil er gerade ein altes Boot komplett restauriert. Der Robert hat uns dann den Kühlschrank wunderbar eingebaut inklusiver neuer Arbeitsplatte, da hat er dann sogar noch das Induktionsfeld mit eingebaut welches dafür geplant war. 









- Einbau des neuen Autopiloten. Da der vorhandene uralte, nicht netzwerkfähige  Autopilot defekt war, musste ein neuer her. Den habe ich gekauft, aber der Einbau überstieg meine Fähigkeiten wieder deutlich. Die neue Hydraulikeinheit hat andere Abmessungen wie die Alte, also musste das Fundament angepasst werden. Im Yachthafen gibt es einen Yachtservice, der hatte mir zugesagt das zu machen, also den kompletten Einbau. Leider hat er erst einen Monat später als geplant angefangen, da gab es wohl ein kleines Missverständniss bei der Terminabsprache. Nun ja, am Ende wurde der Pilot erfolgreich eingebaut, unter Einsatz von Adapterplatten für das Fundament und funktioniert wirklich tadellos. Eine große Erleichterung beim Segeln und Motoren.

- Einbau Wassermacher. Der Wassermacher besteht aus mehreren Aggregaten die alle durch Schläuche verbunden sind. Da ist der Eingangsseefilter, der dafür sorgt das kein grober Schmutz in die Pumpe gelangt. Dann das Pumpenaggregat das das Seewasser mit ca. 8 bar durch einen Feinfilter in den eigentlichen Wassermacher pumpt.  Der Wassermacher selber, der per Umkehrosmose das Salz etc. aus dem Seewasser entfernt und feinstes Trinkwasser erzeugt. Dazu noch eine Filtereinheit mit Aktivkohlefilter, die dazu dient den Wassermacher nach getaner Arbeit mit Süsswasser zu spülen. Das alles will untergebracht, stabil montiert, der Wassermacher selber wiegt 20kg, und per Schlauch verbunden werden. Man braucht dafür ungefähr 40 Schlauchschellen. Als mein Vorrat an Schellen erschöpft war, wollte ich mir welche im niederländischen Baumarkt nachkaufen, die Irren wollten 5€, pro Schelle. Da habe ich dann lieber noch mal beim Amazon bestellt und halt mit der weiteren Montage gewartet bis ich die hatte. 




- Natürlich haben wir auch das Unterwassserschiff gründlich schön gemacht und mit 5 Schichten Antifouling versehen. 

Vorher


Nachher


- Dazu kamen tausende andere kleine und mittlere Baustellen. 


So gesehen, können wir froh sein, schon am 4. August los gekommen zu sein.


   


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