Mittwoch, 19. August 2026

Wilde Fahrt nach Dünkirchen

 Für den 6.8. war leider der Wind komplett aus der falschen Richtung angesagt. Wir würden also die ganze Strecke gegen an segeln müssen. Das kann man sportliches Segeln nennen oder nervig. Der Spruch "Gentleman don't sail upwind" hat schon seinen Sinn.  Aber wir hatten keine Wahl, ab 07. war gar  kein Wind mehr angesagt und vom Motoren hatten wir erst mal genug. Also Augen zu und durch.

Los ging es schon mal blöd, wir lagen längs am Steg, vor uns ein Boot, hinter uns ein Boot, Abstand eher gering. Wind hat genau von 90° auf den Steg geblasen, um die 15kn. Wir sind um 05:00 los, da konnten wir die vor uns schlecht wecken und bitten mal 5m weit um zu parken, damit wir rauskommen. Mein Versuch rückwärts einzudampfen hat schon mal nicht geklappt, das einzige Ergebnis war ein verlorener Kugelfender. Also mit dem Bootshaken wegdrücken, gegen den Wind. Daran ist Anett dann gescheitert, da fehlen ihr paar Kilo Lebendgewicht um die 12t Boot vom Steg abzudrücken, wenn der Wind drauf steht. Also Position getauscht, Anett fährt, ich schiebe was das Zeug hält. Das hat dann funktioniert, wir kamen raus und konnten nun zu nicht weit entfernten Roompot Schleuse fahren.  Die war, bis auf ein weiteres Segelboot recht leer. Geschleust, rausgefahren, Wind und Strom voll auf die Mütze. Also heißt es wieder mal aufkreuzen bis der Winkel zum Wind besser ist. Das sah dann so aus:

Kreuzen, was das Zeug hält

Mühselig, langsam, anstrengend. Aber wir haben es durch gezogen. Nachdem wir um die Ecke rum waren, hat der Winkel dann gerade so gepasst das wir extrem hoch am Wind in unsere gewünschte Richtung segeln konnten. An der Westerschelde und Zeebrügge sind wir auch gut vorbei gekommen, der Verkehr war recht gemässigt. Mit viel Lage ging es dann Richtung Süden. 

Lage und Speed




Vorbei an Blankenberge, Oostende und Nieuwport kamen wir Dünkirchen langsam näher. Ab Nieuwport muss man dann recht aufmerksam wegen der Sände sein, sonst sitzt man schnell mal auf Grund. Ungefähr 10 Meilen vor Dünkirchen sollte man dann dem betonnten Fahrwasser folgen da es links und rechts flach wird. Da haben wir die Segle dann runtergenommen und sind weiter motort, in dem engen Fahrwasser macht kreuzen keinen Spass. Nach fast 15 Stunden und knapp 80 Meilen begrüßte uns das liebliche Panorama von Dünkirchen


Dünkirchen

Wenn man dann drin ist, sieht das nicht mehr so schlimm aus. Das Anlegen im Yachthafen war wieder mal interessant, Alles hat gestimmt, Genug Platz, Wind von der Seite so das es uns sanft auf den Fingersteg drückt, nahezu perfekt. Wenn, ja wenn da nicht diese dumme Strömung im Hafen gestanden hätte die mir mein geplantes Manöver versaut hat. Ich bin schön rein gefahren, habe gewartet das uns der Hauch Wind auf den Steg schiebt, aber Pustekuchen, uns drückt es weg vom Steg, auf das Nachbarboot(wir waren aber gut abgefendert, nix passiert). Damit das auch richtig blöd wird, hatte der Festlieger, der normalerweisse diesen Platz inne hat, um alle Klampen am Steg Leinenhaufen gebildet, so das Anett keine Chance hatte eine der Klampen zu fangen. Zum Glück kamen dann zwei deutsche Segler die uns erlösten. Das war noch mal ein Schub Adrenalin zu Abschluss. Am Ende lagen wir fest, haben unser Anlegebier getrunken und waren froh, endlich da zu sein.


Roompot Marina nach Dünkirchen



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