Montag, 12. Oktober 2026

Aber Wrac'h

 Ein recht seltsamer Ortsname der wohl aus dem bretonischen stammt. Ausgesprochen:Aberwrack, naja. So hat es uns ein Brite in Roscoff erklärt.

Man fährt durch dramatisch wirkende Felsformationen einen Fluß hoch bis zum genannten Ort. Dort hat man die Wahl zwischen einer Marina oder Anlegen an Ankerbojen. Wir wählten das zweite, da wir keine Lust zum Anlegen hatten und vor allem, früh los wollten. Der Chenal du four lag vor uns, da kann man wieder mal nur  bestimmten Zeiten durchfahren. 

Sieht ganz nett aus, täuscht aber

Die Leute die die Bojen und den Hafen betreiben sind recht profitorientiert, um das nett aus zu drücken. Der Platz an der Boje kostet praktisch das gleiche, als wenn man in den Hafen geht und dann Dusche, Wasser und Strom zusätzlich hat. Aber, zu uns kam niemand zum kassieren, weder abends, noch am nächsten Morgen. Hinterhertragen wollte ich denen das Geld auch nicht, also war es für uns umsonst.

Abends fing es ziemlich an zu müffeln, da scheint wohl einiges an Dreck den Fluß hinunter zu fließen. Wir sind dann am Morgen sehr früh, direkt in der Dämmerung los um den Chenal du Four zu bezwingen.



Sonntag, 11. Oktober 2026

Dielette nach Paimpol und Roscoff

Nachdem ich mich nun wieder einigermaßen fit fühlte, wollten wir weiter. Passend erschien uns Paimpol, das sollte an einem Tag, also von hell morgens bis zur Dämmerung machbar sein. Um die Zeit, früher Abend war auch die Einfahrt nach Paimpol noch möglich. Pampol ist ein Gezeitenhafen, man kommt nur so ca. zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hochwasser rein, ansonsten ist die Zufahrt zu flach. Unsere Route würde uns an den Kanalinseln, Jersey und Guernsey vorbeiführen. Dort anzulanden hatten wir verworfen, man braucht ein Visum was wir nicht hatten und  die Preise in den Marinas sind unverschämt, das wurde auch nicht durch das billige Tanken kompensiert. Selbst für das Ankern brauchte man ein Visum, also Kanalinseln abgehakt. 
Wir waren verdammt langsam, der Wind war unstet, es lief nicht. 
Kein Wind


Es wurde später und später und unser Fenster für die Einfahrt nach Paimpol schloß sich. Wir wären statt um acht herum erst Mitternacht vor Paimpol angekommen, das war keine Option, dann dort 6, 7 Stunden auf und abkreuzen erschien uns nicht verlockend. Nacht in diesen Gewässern zu ankern, also das Ankermanöver des Nachts zu fahren war uns zu riskant. Diese Küste ist äusserst felsig und zerklüftet, ein Fehler kann da das Boot kosten. Also beschlossen wir weiter Richtung Roscoff zu fahren, die Nacht durch und dann dort irgendwo zu ankern. Die Nacht war lang, wir mussten wegen des Windes weite Schläge machen, aufkreuzen um überhaupt ein wenig in Richtung unseres Ziels zu gelangen. 
Sonnenaufgang


Als wir dann vormittags am geplanten Ankerplatz ankamen fing der Wind an aufzudrehen. Von vorher 10-15kn waren wir dann bei 25-30kn. Die Einfahrt zum Ankerplatz war eng, links und rechts Felsen. Wir setzten einmal an da rein zu fahren, aber das war mir dann nicht geheuer. Also Planänderung, wir gehen in die Marina nach Roscoff. Die war jederzeit anfahrbar. Anett fragte per Whatsapp an, uns wurde ein Platz reserviert. Die Anfrage nach Anlegehilfe auf Kanal 09 per VHF funktionierte eher weniger, die waren nicht zu verstehen. Also noch mal angerufen, Bingo. Nach kurzer Wartezeit an der Einfahrt kam der Marinero mit dem Schlauchboot und geleitete uns zu unserer Box. Beim Anlegen half dann noch der freundliche Nachbar, der Marinero drückte uns in die Box, alles Super. Wir hatten ja immer noch 25kn Wind, da war das alles sehr willkommen.

Etwas wirre Route



Roscoff selber ist ein kleines Städtchen, die Marina ist gut. Wir blieben zwei Tage, bisschen erholen und Lebensmittelvorräte auffüllen. Der Supermarkt war eine gute Stunde zu laufen, sage niemand das man als Segler keine Bewegung hat.  


Freitag, 9. Oktober 2026

Dielette

 Davon ab gesehen, das Dielette nun direkt am KKW Flamanville liegt, uns stört das nicht sonderlich, ist es ein angenehm ruhiger, netter Ort. Es ist wenig los, ein Supermarkt ist ca. 30 Minuten zu laufen, ein zweiter ungefähr eine Stunde weg, es gibt einen mobilen Crepe und Waffelstand, einen wunderbaren Strand, eine sehr schöne Marina mit freundlichen Mitarbeitern, 

Marina Dielette


zwei Restaurants die wir nicht besucht haben, direkt in der Marina,  und ein besseres Restaurant, so 200m entfernt von der Marina, in dem wir Anetts Geburtstag gefeiert haben. Das war es im wesentlichen. Wir hatten ja nun ungefähr eine Woche Zeit, soviel hatte ich mir für die Rekonvaleszenz gegeben, also genug Zeit um alles zu ergründen und abzulaufen. Die ersten zwei Tage nach meinem Spass mit der Nierenkolik war ich komplett down und habe gar nichts gemacht. Anett ist zur Apotheke, zum Supermarkt und natürlich zum Crepeswagen gelaufen.

Wir liegen im Aussenteil der Marina

Da gehts zum Kraftwerk

Nachdem ich mich einigermaßen erholt hatte, bin ich dann auch mit gelaufen, Bewegung soll ja gut tun, sagt man. Wir hatten über Maps gesehen, das es eine Craftbeer Brauerei geben soll, also haben wir uns dahin auf gemacht. Die gab es dann wirklich, sah mehr aus wie ein Bauernhof, was es wohl auch mal war. Dort haben wir dann zwei deren Biere verkostet, die waren gut, nicht exzeptionell, aber gut.

Craft Bier, lecker, in rustikaler Umgebung

Anett wollte nun endlich mal Speerfischen gehen, Fische gab es im Hafen genug, sie schwammen überall herum, große Meeräschen, in Englisch: Mulllets.

Im Hafen darf man natürlich nicht fischen, also haben wir das Dinghi fertig gemacht, Anett ist in den Neo geschlüpft, ich habe nur den Fahrer gemacht. Wir sind dann vor die Hafenmauer gefahren, Anett ist ins Wasser und ich habe auf sie aufgepasst. Nach nicht mal fünf Minuten war die erste Mullet erlegt und wir eigentlich fertig. Der Fisch war mehr als groß genug für zwei und so haben wir die Jagd beizeiten wieder beendet. 

Anders gehalten hätte man die Größe besser gesehen

Groß genug für zwei.

 
Frischer Rosmarin direkt vom Strauch + Fisch + Kartoffeln: Ein Gedicht.

Fantastische Sonnenuntergänge mit viel Drama gab es auch.






Wegen des aufkommenden Sturmes, siehe Fotos vorher, zogen wir in den Innenhafen, aussen war es zu ungeschützt, die Wellen brachten den Steg zum Tanzen, das wurde mit der Zeit recht unangenehm im Boot.


Da war es deutlich ruhiger.


Anetts Geburtstag wurde zünftig im schicken Restaurant gefeiert, mit hervorragendem französischem Essen, vorrangig aus dem Meer.

Einmal Gratiniert und einmal Roh

Leeecker!

Nach einer Woche fühlte ich mich dann fit genug für die nächste Etappe, es sollte nach Paimpol gehen. 



Aber Wrac'h

 Ein recht seltsamer Ortsname der wohl aus dem bretonischen stammt. Ausgesprochen:Aberwrack, naja. So hat es uns ein Brite in Roscoff erklär...